Editor's Rating

10
Präsentation
9
Atmosphäre
10
Technik/Bedienung
9
Sound/Musik
7
Gameplay

Der vierte Teil der Uncharted-Reihe von Entwicklerstudio Naughty Dog ist zugleich der (angeblich) letzte. Er bringt die Geschichte des charmanten Abenteurers Nathan Drake zu Ende.

Der Spezialist für das Aufstöbern historischer Schätze hat sich eigentlich bereits zur Ruhe gesetzt. Eines Tages wird er jedoch überraschend von seinem totgeglaubten Bruder Sam kontaktiert. Der steckt ziemlich in der Tinte: er hat einem gefährlichen Gangsterboss den Löwenanteil am größten Piratenschatz der Geschichte versprochen. Dazu muss er diesen allerdings erst finden und benötigt deshalb die Hilfe seines Bruders. Nach anfänglichem Zögern schnallt Nate die Pistole um und die Schnitzeljagd beginnt.

Im Großen und Ganzen wurde das bewährte Uncharted-Erfolgsrezept beibehalten. Wie in den Vorgängern begleitet man Drake in der Third Person Perspektive bei diversen Sprung- und Klettereinlagen durch fantastische Szenerien, sporadisch unterbrochen von wilden Schießereien und temporeichen Actionsequenzen. Das Ganze wird zusammengehalten von einer unterhaltsamen, filmreif inszenierten Rahmenhandlung, jeder Menge Cutscenes und einer Handvoll Rätsel. A Thief’s End ist so etwas wie die spielbare Version eines Indiana Jones Films.

Optisch und technisch ist Uncharted 4 ein Meisterwerk. Noch nie hat man derart prachtvolle, detailverliebte und mit großzügigerem Weitblick ausgestattete Spielareale gesehen. Die Charaktere sind streckenweise nicht mehr von echten Menschen zu unterscheiden.

So beeindruckend die Spielwelt ist, sie täuscht nicht ganz über einige Schwächen in Aufbau und Gameplay hinweg. Nicht jedem wird beispielsweise der ausgedehnte, sehr gemächliche Einstieg gefallen, der darauf abzielt die Charaktere zu etablieren. Und spätestens in der zweiten Hälfte des Spiels macht sich dann zunehmend bemerkbar, dass die Herumkletterei doch einen Löwenanteil der Spielzeit beansprucht. Da wird diese Mechanik – trotz all der Schönheit drum herum – hie und da ein bisschen langweilig.

Die fetzigen Ballersequenzen sind also meiner Ansicht nach insgesamt etwas zu rar gesät. Deswegen sind sie aber auch nicht gänzlich problemfrei. Meist geht es recht hektisch und unübersichtlich zu und man stirbt schnell, weshalb man offene Feuergefechte größtenteils vermeiden muss. Man ist dazu angehalten, zumindest einen Teil der Gegner mit Stealth-Taktiken auszuschalten. Was schade ist, denn ich hätte gern die Wahl gehabt, welche Herangehensweise ich bevorzuge.

Natürlich ist das Jammern auf hohem Niveau. Noch während man Uncharted 4 zockt, wünscht man sich, dass es nie zu Ende geht. Es gehört, genau wie die ersten drei Teile, in jede gut sortierte Spiele-Bibliothek.

Genre:                Action-Adventure
Getestet:            PS4 Version (Englisch)
Plattformen:      PS4
Release:             2016
Entwickler:         Naughty Dog
Publisher:          Sony

Uncharted 4 – A Thief’s End auf Metacritic