Editor's Rating

10
Präsentation
6
Atmosphäre
7
Technik/Bedienung
7
Sound/Musik
4
Gameplay

Dieser mit viel Trara angekündigte Exklusivtitel für die PlayStation 4 landet trotz glänzender Voraussetzungen einen Bauchfleck.

Die Handlung des Spiels entwickelt sich in einer fiktiven Steampunk-Version von London Ende des 19. Jahrhunderts. Dort liegen die degenerierten staatlichen Institutionen darnieder, einzig der titelgebende Orden sorgt noch für Recht und Ordnung.
Doch die Lage ist prekär. Eine Gruppe von schwer bewaffneten Rebellen setzt den Ordensrittern mit Guerillakampftaktiken zu. Obendrein treiben in den Straßen Vampire und Werwölfe ihr Unwesen. Das ganze Schlamassel auszubaden hat Titelheld Grayson.

Am ehesten vergleichen lässt sich The Order: 1886 mit Uncharted 3: Drake’s Deception. Beide Titel sind Third Person Action Adventures mit Betonung auf Ballereien. In beiden spielt die filmische Inszenierung des Inhalts eine zentrale Rolle. Und beide lassen ihren Helden ordentlich leiden, während er von einer Zwischensequenz zur nächsten stolpert.

Positiv festzuhalten ist: The Order ist eines der bestaussehendsten Spiele die je produziert wurden. Leider entschädigt die bombastische Optik nicht für alles. Spielerisch ist der Titel nämlich ziemlich langweilig. Die Levels sind meist öde Korridore, in denen man Massen von lahm agierenden KI-Schergen aus dem Weg räumt. Abwechslung wird kaum geboten. Das Abweichen von vorgesehenen Pfaden führt viel zu oft zum unmittelbaren Tod.

Die Entwickler wollten offenbar in erster Linie die Rahmenhandlung für eine neue Blockbuster-Saga etablieren. Als Grundlage dafür dient ihnen ein Setting, das es allen Fantasy-Trash-Fans auf dem Planeten gleichzeitig recht machen soll. Underworld vs. Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen. An sich ja lässig, nur leider wird die Geschichte so derartig krampfig, kitschig und gurkig erzählt, dass man beim Aussitzen der Cutscenes fast genausoviel grunzt, ächzt und stöhnt wie der generische Titelheld Grayson.

1886 versteht sich als Auftakt zu einer mehrteiligen Serie. Anders könnte man die mickrige Spielzeit von etwa 11 Stunden auch niemandem erklären. Und noch viel weniger das Ende des Spiels, das so abrupt und höhepunktfrei daherkommt, dass man es erst einmal gar nicht glauben kann.

Wirklich Freude macht an The Order: 1886 nur die fantastische Gestaltung der Charaktere und der Spielwelt. Der Rest wurde von anderen schon wesentlich besser abgeliefert – unter vergleichbaren Bedingungen.

Genre:                Action Adventure
Getestet:            PS4 Version (Englisch)
Plattformen:      PS4
Release:              2015
Entwickler:         Ready at Dawn, SCE Santa Monica
Publisher:           Sony

The Order: 1886 auf Metacritic