Editor's Rating

8
Präsentation
8
Atmosphäre
7
Technik/Bedienung
8
Sound/Musik
6
Gameplay

Mit dem Deal, das Borderlands-Franchise zur Grundlage einer seiner Adventure-Reihen zu machen, ist Telltale Games ein ganz besonderer Coup gelungen. Dessen abgedrehtes Mad-Max-im-Weltraum-Setting hat eine riesige Fangemeinde und bietet viel Spielraum für haarsträubende Stories und abgedrehte Charaktere.

Tales from the Borderlands handelt, wie es sich für ein Borderlands-Spiel gehört, von der Suche nach einem Vault. Vaults sind von Aliens hinterlassene, auf verschiedenen Planeten versteckte Schatzkammern. Und jeder, von den intergalaktischen Megacorporations bis hin zu den legendären Vault-Jägern, ist scharf darauf, einen zu finden.

So auch Rhys und Vaughn, zwei kleine Angestellte der Hyperion Corporation, die sich vom Erwerb eines eben aufgetauchten Vault-Schlüssels schnellen Reichtum erhoffen. Gleiches gilt für Trickbetrügerin Fiona, die sich an die Fersen der beiden Nerds heftet. Erwartungsgemäß geht schnell schief, was schiefgehen kann.

Die Frage ist: ist Telltale das Kunststück gelungen, den Witz und den Wahnsinn der Vorlage einzufangen? Ist es gelungen, glaubwürdige Querverbindungen zu bekannten Ereignissen und Personen herzustellen? Die Antwort lautet: ja, mit kleinen Abstrichen.

Grafisch ist ohnehin alles paletti, die Cell-Shading-Optik der Telltale-Engine entspricht ganz dem Stil des Originalspiels. Die Story braucht dafür etwas, um Fahrt aufzunehmen. Die Hauptfiguren sind an sich grundsympathisch, wenn auch nicht ganz so abgefahren und ausdrucksstark wie viele Charaktere im bekannten Borderlands-Universum (ich sag nur: Tiny Tina). Der schwarze Humor, ebenfalls eine Stärke des Originals, kommt zwar nicht zu kurz, wird aber nicht immer geschmacklich treffsicher eingesetzt.

Alles in allem entpuppt sich die fünfteilige Serie als Qualitäts-Achterbahn. Die klaren Highlights sind die Episoden 3 und 5, jede für sich ein kleines Feuerwerk an knackigen Dialogen und inhaltlichen wie optischen Knalleffekten. Leider warten dazwischen einige atmosphärische Dämpfer. Episode 4 etwa will so gar nicht zum Rest der Folgen passen. Die Stimmung wird seltsam düster und eben noch ausdrucksstarke Charaktere agieren plötzlich seltsam schablonenhaft. Das genial orchestrierte Finale lässt einen diese Durststrecken aber schlussendlich (fast) wieder vergessen.

Tales from the Borderlands ist nicht ganz der erhoffte große Wurf geworden, die richtigen Ansätze sind aber vorhanden. Fans der Shooterserie sollten zumindest in die Demo reinschnüffeln. Für alle anderen gilt: mag man es humorvoll bis skurril ist man hier richtig. Ist einem dichte Atmosphäre und erzählerische Spannung wichtiger, empfiehlt sich ein Blick auf The Walking Dead (Season 1) von Telltale.

Genre:                Adventure
Getestet:            PS4 Version (Englisch)
Plattformen:      PS4, XBox One, PS3, Xbox 360, PC, Mac, iOS, Android
Release:              2015
Entwickler:         Telltale Games
Publisher:          Telltale Games

Tales from the Borderlands – Episode 1 auf Metacritic
Tales from the Borderlands – Episode 2 auf Metacritic
Tales from the Borderlands – Episode 3 auf Metacritic
Tales from the Borderlands – Episode 4 auf Metacritic
Tales from the Borderlands – Episode 5 auf Metacritic