Editor's Rating

8
Präsentation
7
Atmosphäre
8
Technik/Bedienung
7
Sound/Musik
8
Gameplay

Keine einfache Aufgabe, die sich Monolith Productions da gestellt hat: ein episches Action-Adventure zu basteln, das gleichermaßen Casual Gamer und anspruchsvollere Spieler zufriedenstellen soll. Das Zielpublikum – alle „Der Herr der Ringe“-Fans – ist ja entsprechend breit gefächert.

Die Story startet kurz vor Ausbruch des Ringkrieges (Handlung der Filme/Bücher). Das Schwarze Tor, die letzte Bastion der Menschen an der Grenze zu Mordor, dem Reich des dunklen Herrschers Sauron, wird von den Orks überrannt. Dabei geht die Familie des Soldaten Talion drauf. Im Zuge eines magischen Rituals wird er in Folge auch selbst abgemurkst. Mit seinem Opfer soll der Geist eines toten Elfenlords beschworen werden. Der nistet sich jedoch unvorhergesehenerweise im Körper des Sterbenden ein – und ist mächtig sauer. Fertig ist die Orkkiller-Maschine.

Das Gameplay ist im Wesentlichen eine Hommage an die Assassin’s Creed-Reihe (= rip-off). Batman: Arkham City lässt ebenfalls grüßen. Originell ist das nicht, aber in der Umsetzung gelungen. Talion klettert, schleicht, meuchelt und kämpft wie ein Assassine. Gelegentliche Steuerungs- und Kameraproblemchen inklusive.

Der Hauptunterschied: in Mordor wimmelt es nicht von unbeteiligten Passanten, sondern von feindlich gesinnten Orks. Allzu lange hat man da nie seine Ruhe. In Assassin’s Creed braucht man die, um die genial gestaltete Umgebung zu genießen. Das kann man sich in Shadow of Mordor aber ohnehin sparen, denn bis auf punktuelle Ausnahmen sind die zwei großen Areale, die man frei erkunden kann, ohne optische Highlights. Grafisch top sind hingegen die Gestaltung der gruslig-gräßlichen Gegner sowie die blutigen Effekte.

Zum Einstieg überfordernd, mittendrin langatmig, am Ende mit cleveren Ideen aufwartend und sehr befriedigend: so kann man das Spielerlebnis in aller Kürze zusammenfassen. Anfangs wird man mit Bedienoptionen bombardiert. Im zweiten Drittel beginnen die ständig neu spawnenden Gegnerhorden zu nerven und der Schwierigkeitsgrad steigt spürbar. Im letzten Drittel jedoch zeigt Shadow of Mordor was in ihm steckt. Dann bekommt man Fähigkeiten freigeschaltet, mit denen man so richtig aufräumen kann. Die Möglichkeit Orks durch Gedankenkontrolle zu manipulieren und gegeneinander ins Feld zu schicken sorgt zusätzlich für einen unerwarteten Kick.

Schade ist: viele Spieler werden wohl gar nicht erst bis zu dem Teil des Spiels vordringen, wo es zu glänzen beginnt. Wer jedoch geduldig über die genannten Schwächen hinwegblickt, wird dafür am Ende mit überraschend innovativem, unterhaltsamem Gameplay belohnt.

Genre:                Action-Adventure
Getestet:            PS4 Version (Englisch)
Plattformen:      PS4, Xbox One, Ps3, Xbox 360, PC, Mac, Linux
Release:              2014
Entwickler:         Monolith Productions, Behaviour Interactive
Publisher:           Warner Bros. Interactive

Shadow of Mordor (Mordors Schatten) auf Metacritic