Editor's Rating

9
Präsentation
8
Atmosphäre
9
Technik/Bedienung
9
Sound/Musik
9
Gameplay

The Phantom Pain knüpft unmittelbar an die Ereignisse des 2014 erschienenen Prologs Ground Zeroes an. Dieser gipfelte darin, dass Titelheld Snake (alias Big Boss) bei einem überraschenden Angriff der Geheimorgansiation Cipher schwer verletzt wurde.

Neun Jahre später erwacht der „beste Soldat aller Zeiten“ aus dem Koma und macht sich sofort daran Rachepläne zu schmieden. Um das dafür nötige Kleingeld und die entsprechende Manpower zu beschaffen, beginnt er mit dem Aufbau einer neuen Söldnereinheit namens Diamond Dogs. Einem global agierenden Sondereinsatzkommando für besonders heikle Einsätze in Krisengebieten.

Beim Gameplay steht wie gewohnt das Schleichen im Vordergrund. Snake infiltriert feindliches Gebiet am Liebsten auf leisen Sohlen und verschwindet wieder, ohne dass überhaupt jemand seine Anwesenheit bemerkt hätte. Um das zu schaffen verfügt er über eine Unzahl an Waffen und Gadgets, die es ihm ermöglichen seine Gegner auszuschalten. Die meisten davon lassen sich äußerst vielseitig einsetzen, der Experimentierfreude sind praktisch keine Grenzen gesetzt.

Gesteuert wird Big Boss dabei aus der Third Person Perspektive. Die Steuerung ist alles in allem hervorragend gelungen. Als kleine Ausnahme muß die Tatsache herhalten, dass unser Supersoldat nicht springen kann, was im Test zu diversen ulkigen, manchmal auch nervigen Szenen geführt hat.

Die Spielwelt erstreckt sich über zwei riesige, frei begehbaren Areale, die in Afghanistan und Afrika angesiedelt sind. In beiden warten jeweils dutzende Aufträge auf Erledigung. Nur manche davon treiben auch die Story voran. Die Nebenmissionen können nach Belieben absolviert werden, was Diamond Dogs Geld und Prestige einbringt. Dieses Geld kann dann in den Aufbau der Basis oder in die Entwicklung neuer Waffen und Ausrüstungsgegenstände investiert werden. Davon gibt es verwirrend viele, mehrere Hundert (!) um genau zu sein. Ein paar weniger Optionen hätten es auch getan. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Die Achillesferse dieses ansonsten nahezu fast perfekten Computerspiels ist die Story. Während das Gameplay nämlich alle Versprechen erfüllt und manche sogar noch toppen kann, wird man auf der Storyseite von Anfang an mit wirren Bildern, Wortspenden und Charakteren konfrontiert. Das Ganze gipfelt nach einer mäandernden Achterbahnfahrt in einem völlig zusammenhanglos hingerotzten Finale, das mehr Fragen aufwirft als es beantwortet. Seine Ankündigung, im offiziell letzten Teil der Metal Gear Serie unter seiner Ägide die Erzählstränge der vergangenen 20 Jahre endlich zusammenlaufen zu lassen, konnte Hideo Kojima, der Visionär hinter dem beliebten Franchise, also nicht in die Tat umsetzen.

Den Spielspaß beeinträchtig das aber letztendlich nur bedingt. The Phantom Pain bietet nämlich kreative, zu jeder Zeit unterhaltsame Sandbox-Stealth-Action, getragen von großartiger Grafik, geschmeidiger Steuerung, einer anspruchsvollen KI und intelligentem Leveldesign. Sollte man gesehen haben.

Genre:                Stealth, Action
Getestet:            PS4 Version (Englisch)
Plattformen:      PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One, PC
Release:              2015
Entwickler:         Kojima Productions
Publisher:           Konami

Metal Gear Solid V: The Phantom Pain auf Metacritic