Editor's Rating

9
Präsentation
8
Atmosphäre
8
Technik/Bedienung
9
Sound/Musik
8
Gameplay

Ground Zeroes ist, wie Hideo Kojima (der kreative Kopf hinter der Metal Gear Serie) selbst sagt, nur ein Prolog für das im Herbst dieses Jahres erscheindende MGS V: The Phantom Pain. Was übersetzt so viel heißt wie: das Vergnügen ist kurz. Wirklich, wirklich kurz.

Wer nicht mit dem Metal Gear Universum vertraut ist sollte sich zunächst durch die mitgelieferte Audiobibliothek hören. Auf diese Weise erfahren Uneingeweihte alles über die Hauptfigur, den Söldner Snake – zweiter Spitzname Big Boss – und seine ausufernde Hintergrundgeschichte.

Kurzfassung: Snake ist inzwischen Anführer einer schlagkräftigen Privatarmee. Die will er mithilfe eines Kampfroboters, der mit einem Atomsprengkopf ausgerüstet ist, absichern. Eben konnte er noch verhindern, dass ein bei ihm eingeschleuster Spitzel, ein Mädel namens Paz, den Roboter klaut. Jetzt taucht die Totgeglaubte plötzlich wieder auf, als Gefangene einer Gruppe namens Cipher. Snake bleibt nichts anderes übrig als sie rauszuhauen, bevor sie seine Geheimnisse an den Feind verrät. Wem das schon zuviel „häh?“ war, der sollte sich geduldig der Vorgeschichte widmen.

Kann man das Game auch genießen, wenn man wie ich seit MGS 1 keinen einzigen Teil der Reihe mehr in Händen hatte? Klare Antwort: ja. Selbst wenn man vom bombastisch inszenierten Drumherum nur die Hälfte versteht, das Gameplay ist Sandbox-Stealth-Action vom Allerfeinsten. Wer will, kann sich einfach mit roher Gewalt einen Weg bahnen. Das Spielerlebnis auskosten kann man jedoch nur, wenn man die vielen Möglichkeiten nutzt, die der raffinierte Schleichmodus bietet.

Den Sinnen wird in jedem Fall ordentlich was geboten: das Level- und Charakterdesign ist erstklassig, die Effekte sind top, die KI schlau, die Animationen geschmeidig, die Stimmung bedrohlich. Alles gut also in Metal-Gear-Hausen? Naja, bei allem Respekt und mit der nötigen Distanz: die Story ist zwar fett inszeniert, aber schon ein kleinwenig seltsam. Und die Steuerung fällt – zumindest auf der PS4 – gewöhnungsbedürftig aus.

Ein echter Schlag in die Magengrube ist die Spiellänge. Einen einzigen Level bietet Metal Gear Solid V: Ground Zeroes. EINEN. EINZIGEN. LEVEL. Der mag noch so wiederspielenswert sein, als ich nach dessen Ende die Credits rollen sah, dachte ich, das wäre der Übergang zum eigentlichen Spiel nach dem Tutorial. War es nicht…

Die Wertung muß dementsprechend mit einem Warnhinweis versehen werden: sie gilt einer Demo. Einer sehr, sehr guten Demo, die viel Raum für Vorfreude auf The Phantom Pain lässt.

Genre:                Stealth, Action
Getestet:            PS4 Version (Englisch)
Plattformen:      PS4, XBox One, Ps3, XBox 360, PC
Release:              2014
Entwickler:         Kojima Productions
Publisher:           Konami

Metal Gear Solid V: Ground Zeroes auf Metacritic