Editor's Rating

7
Präsentation
8
Atmosphäre
6
Technik/Bedienung
8
Sound/Musik
7
Gameplay

Um sich vom Storyballast der erfolgreichen Mass Effect Trilogie rund um Commander Shepard zu befreien, verlegten die Rollenspielspezialisten von BioWare den vierten Teil kurzerhand in eine andere Galaxie.

Die verbündeten Alienrassen aus dem Mass Effect Universum haben sich demnach zusammengetan, um gemeinsam eine neue Zivilisation in einem fernen Quadranten des Weltalls aufzubauen. Nach einer 600 Jahre dauernden Reise im künstlichen Tiefschlaf erwachen sie in der namensgebenden Andromeda-Galaxie, um dort neue Planeten zu erforschen und zu besiedeln. Dummerweise treffen sie dort sofort auf eine feindlich gesinnte Alienrasse namens Kett, die einen sinistren Plan zur Unterwerfung des Sektors verfolgt. Als der sogenannte „Pathfinder“ ist es unsere Aufgabe als Spieler, Ressourcen und Verbündete zu finden und schließlich die Bösewichte zu besiegen.

Wem diese Geschichte bekannt vorkommt, dem wird auch der Rest der Storyline von Mass Effect: Andromeda seltsam vertraut erscheinen. BioWare hat dafür nämlich einige recht vorhersehbare, klassische Science-Fiction Plotideen zusammengewürfelt. Die Kurzfassung: *Gähn*.

Leider wurde auch der Großteil des schon in den Vorgängern eher mittelprächtigen Gameplays wieder aufgewärmt. Man durchstreift mit dem Raumschiff den Sektor, stellt für Bodenmissionen ein Dreierteam zusammen, rüstet den eigenen Charakter mit Waffen und Outfits auf und schaltet durch das Sammeln von Erfahrungspunkten verschiedene Kampffertigkeiten frei. Andromeda eifert dabei vor allem dem „Rollenspiel light“-Prinzip des dritten Teils nach. Obwohl es viele Möglichkeiten für Verbesserungen und Ausrüstung zu geben scheint: wirklich spielentscheidend sind diese nicht. Wer also das Mikromanagement überspringen will, der kann das ohne allzuviele Nachteile tun.

Das Gameplay während der Missionen ist leider recht hölzern und repetitiv geraten. Behindert von abgehackten Animationssequenzen und einer schlingernden Verfolgerkamera ballert man sich durch aus dem nichts erscheinende Gegnerhorden, deren dämliche KI kaum jemanden vor eine Herausforderung stellen wird. Kein totaler Verhau, fühlt sich jedoch nicht zeitgemäß an und ist über weite Strecken öde.

Aber das bestimmende Element der Serie war ja stets die Interaktion mit den Teammitgliedern, die man im Spielverlauf rekrutieren kann. In diesem Punkt muß sich Andromeda überraschend klar seinen Vorgängern geschlagen geben. Bis auf den Veteranen Drack und die Abenteurerin Peebee rangieren die Neuzugänge irgendwo zwischen blass und uninteressant. Die Dialoge sind zwar meist unterhaltsam geschrieben, echter Tiefgang blitzt aber nur stellenweise durch. Die oft steif wirkenden Animationen der Protragonisten tragen auch nicht gerade zur Stimmung bei.

Zusammengefasst bleibt folgender Eindruck: Grafik, Animation, Technik, Gameplay, Story: alles ganz ok, alles kein Vollverhau, aber einfach nicht zeitgemäß und irgendwie seelenlos. Das tut insofern weh, als die Vorgänger stets ein Garant für „Bleeding Edge“ Qualität waren. Stellt man Andromeda einen Titel wie etwa Horizon Zero Dawn gegenüber, werden die Schwächen noch deutlicher. Fans der Serie werden zwar nicht komplett enttäuscht sein, von der Spitze ist Mass Effect: Andromeda allerdings weit entfernt.

Genre:                 Rollenspiel
Getestet:            PS4 Version (Englisch)
Plattformen:      PS4
Release:             2017
Entwickler:         BioWare
Publisher:          Electronic Arts

Mass Effect: Andromeda auf Metacritic