Editor's Rating

9
Präsentation
10
Atmosphäre
8
Technik/Bedienung
10
Sound/Musik
6
Gameplay

Inside ist das Nachfolgeprojekt des Indie-Entwicklerstudios Playdead zu seinem von Kritik und Publikum gleichermaßen geliebten Plattformer Limbo aus dem Jahr 2010.

Ähnlich wie im Vorgänger ist der Protagonist wieder ein kleiner Junge, der in einer düsteren, gefährlichen Welt mutterseelenallein ums Überleben kämpft. In Inside flieht unser namenloser Charakter vor einer Gruppe von nicht näher identifizierten Menschen, die offenbar einen Teil der Bevölkerung zu willenlosen Arbeitssklaven umfunktioniert hat oder diese sogar komplett künstlich heranzüchtet. Ganz genau weiß man das nicht. Im Vergleich zu Limbo ist die Story zwar deutlich weiter entwickelt, das dystopische Szenario lässt jedoch genügend Raum für eigene Interpretationen.

Die künstlerische Umsetzung ist mit Abstand eine der originellsten der letzten Jahre. Das Set-Design und die Beleuchtung unterstreichen perfekt die bedrohliche Grundstimmung. Jeder Abschnitt scheint durchchoreographiert zu sein wie eine Szene in einem Theaterstück: Umgebungsgestaltung, Kamerapositionen, Auf- und Abtritte der Antagonisten, alles greift reibungslos ineinander. Die Sahnehäubchen sind das perfekte Sounddesign und die geschmeidigen, ausdrucksstarken Charakteranimationen. Ein echtes Erlebnis!

Die konstante Bedrohung durch die unheimlichen, gesichtslosen Verfolger und die unzähligen, plötzlichen Tode, die der Protagonist schon bei kleinsten Fehlern auf seiner Flucht erleidet, komplettieren wie schon in Limbo den enormen atmosphärischen Reiz des Spiels.

Die Jump ’n Run Sequenzen machen insgesamt nur den kleineren Teil der Spielzeit aus, hauptsächlich gilt es für das Vorankommen diverse Puzzles zu lösen. Deren Schwierigkeitsgrad rangiert von einfach bis anspruchsvoll, sie frustieren allerdings an keiner Stelle. Mit ein paar wenigen Spielmechaniken ist es Playdead dabei gelungen, ein paar nachhaltig eindrucksvolle Puzzles zu entwerfen.

Den einzigen Vorwurf den man Inside machen kann ist, dass es sehr kurz geraten ist. In drei bis vier Stunden hat man dieses kleine Goldstück durchgespielt. Die tolle Atmosphäre und das erfrischend unverbrauchte Szenario wiegen das aber auf. Zwar ist die Verwandschaft zu Limbo deutlich zu sehen und zu spüren, Inside ist jedoch in jeder Hinsicht eine gelungene Weiterentwicklung des Konzepts.

Genre:                Jump n‘ Run
Getestet:            PS4 Version (Englisch)
Plattformen:      PS4
Release:             2016
Entwickler:         Playdead
Publisher:          Playdead

Inside auf Metacritic