Editor's Rating

7
Präsentation
9
Atmosphäre
6
Technik/Bedienung
6
Sound/Musik
7
Gameplay

In Grow Home begleiten wir den kleinen Roboter B.U.D. auf seiner Außenmission auf einem fremden Planeten. Sein Ziel ist es, die dort befindliche sogenannte Sternenfrucht zum Wachsen zu bringen. Erreicht diese Riesenpflanze eine Höhe von 2000 Metern oder mehr, blüht sie auf und bringt dabei Samenkörner hervor, die sich als wertvolle Energiequelle erwiesen haben.

Ganz wie Hans im Volksmärchen „Hans und die Bohnenranke“ turnen wir also auf der gewaltigen Pflanze himmelwärts. Um immer höher hinaus zu gelangen, klammert sich B.U.D. entweder direkt an den dicken Stamm, oder er nutzt Kletterhilfen in der Umgebung. Die besteht aus frei im Himmel schwebenden Inseln, die gleichzeitig auch als Wachstumsenergiequellen für die Ranke dienen und die es deshalb anzusteuern gilt.

Was als gemütliche Kraxelei beginnt, wird rasch zum spannenden Balanceakt über den Wolken. Wer nicht aufpasst fällt ins Bodenlose. Die Kletterei ist als Spielmechanik unterhaltsamer, als man vielleicht denken möchte. Das liegt vor allem an der ungewöhnlichen Steuerung, die Wachsamkeit und Einsatz erfordert. Die Schultertasten des Controllers kontrollieren jeweils einen von B.U.D.s Klammerarmen. Mit einem davon hält man sich fest, während der andere nach einem neuen Haltepunkt greift.

Dummerweise erschweren die immer wieder überforderte Kamera, eine hie und da abrupt abfallende Framerate und gelegentliche Aussetzer bei der eben erwähnten Steuermechanik das Vorankommen. Man fällt öfter, als einem lieb ist. Das frustiert zwar, die generell entspannte Atmosphäre und die mit wunderbar kindlich-naivem Charme aufwartende Spielwelt beruhigen aber die Nerven schnell wieder.

Dieser Charme ist es überhaupt, der das Spielerlebnis auszeichnet. Ein liebenswerter Roboter, eine „Bohnenranke“, die in den Himmel wächst, Wasserfälle auf schwebenden Inseln, blockige, dümmlich glotzende Schafe. Um das nicht sympathisch zu finden, muß man schon sehr zynisch sein. Ja, ok, …. oder man mag eben einfach diesen Stil nicht.

Grow Home ist jedenfalls einer der ungewöhnlichsten Titel der letzten Zeit. Wenn auch die Steuerung und die technische Umsetzung alles andere als perfekt sind, der magische Flair der Spielwelt macht das alles wett. Grow Home ist wie eine Tasse heißer Kakao an einem regnerisch-trüben Herbsttag. Es hinterlässt ein warmes Gefühl im Bauch. Weil wir das alle ab und zu gebrauchen können: Empfehlung.

Genre:                Jump n‘ Run
Getestet:            PS4 Version (Englisch)
Plattformen:      PS4, PC
Release:              2015
Entwickler:         Ubisoft Reflections
Publisher:          Ubisoft

Grow Home auf Metacritic