Editor's Rating

7
Präsentation
6
Atmosphäre
6
Technik/Bedienung
7
Sound/Musik
6
Gameplay

Mit Game of Thrones nimmt sich Telltale Games ein weiteres beliebtes Serienfranchise zur Brust. Nachdem die Bearbeitung bei The Walking Dead so hervorragend gelungen ist: konnte das Studio dieses Kunststück mit der HBO-Blockbusterserie als Vorlage wiederholen?

Game of Thrones lebt ja unter anderem von einem ständigen Hin und Her zwischen einer Unzahl verschiedener Personen. Getreu dieser Vorlage bringt das Spiel gleich eine ganze Familie als Helden in Stellung. Die Forresters sind ein kleines Adelsgeschlecht aus dem Norden. Sie kämpfen nach dem Fall von Robb Stark bei der berüchtigten „Roten Hochzeit“ um das Überleben ihres Hauses. Als Spieler folgen wir dem Schicksal der einzelnen Familienmitglieder in abwechselnd aufeinanderfolgenden Sequenzen.

Während sich Tochter Mira am Königshof für ihre Familie stark macht, versuchen zwei ihrer Brüder zu Hause das Banner hoch zu halten. Am anderen Ende der Welt, nahe der Stadt Mereen, arbeitet schließlich ein weiterer Forrester an seiner Rückkehr nach Westeros. Dass nicht alle Protagonisten das Ende der Miniserie erleben werden, wird keinen echten Game of Thrones Fan überraschen.

Optisch ist die Umsetzung in der comicbunten Engine gewöhnungsbedürftig. Anders als bei anderen Titeln von Telltale will der Cellshading-Look diesmal nicht so recht passen. Das Gesamtbild trüben zusätzlich ungelenke, teilweise schlampige Animationen und kleinere Grafikfehler. Außerdem bricht die Framerate immer wieder mal ein. Insgesamt hinterlässt die Technik keinen besonders positiven Eindruck.

Inhaltlich macht Folge 1 erst mal alles richtig und vermittelt treffsicher das Gefühl, zwischen den Interessen mächtigerer Parteien hilflos eingekeilt zu sein. Nach dem furiosen Auftakt verliert die Serie aber leider immer mehr an Kontur. Die Erkenntnis, dass die eigenen Entscheidungen kaum etwas am grundsätzlich negativen Verlauf der Dinge ändern, wird zunehmend zur Belastung für den Spielspaß. Wozu sollte man sich bemühen, wenn man nicht das „ob“, sondern nur das „wie“ beeinflussen kann?

Den Tiefpunkt erreicht die Serie mit Folge 4, die konfus und ziellos an den etablierten Charakteren vorbeiarbeitet, ohne die Handlung entscheidend voranzutreiben. Am Ende der Season warten dann noch einige schwachbrüstige Cliffhanger. Es ist ein für Telltale ungewöhnlicher Schritt, schon jetzt in Richtung einer zweiten Season zu schielen. Entsprechend unbefriedigend ist das Ergebnis.

Insgesamt bleibt Game of Thrones: Genesis leider hinter den Erwartungen zurück. Wenig Stringenz im Aufbau und viel Füllermaterial machen den Ausflug nach Westeros zwar nicht zu schlechter, aber eben doch durchschnittlicher Unterhaltung für Fans der TV-Serie.

Genre:                Adventure
Getestet:            PS4 Version (Englisch)
Plattformen:      PS3, PS4
Release:              2015
Entwickler:         Telltale Games
Publisher:          Telltale Games

A Game of Thrones: Genesis – Episode 1 auf Metacritic
A Game of Thrones: Genesis – Episode 2 auf Metacritic
A Game of Thrones: Genesis – Episode 3 auf Metacritic
A Game of Thrones: Genesis – Episode 4 auf Metacritic
A Game of Thrones: Genesis – Episode 5 auf Metacritic
A Game of Thrones: Genesis – Episode 6 auf Metacritic