Editor's Rating

8
Präsentation
10
Atmosphäre
7
Technik/Bedienung
9
Sound/Musik
8
Gameplay

Ein radioaktiv verseuchtes Ödland, das ein fiktiver, verheerender Atomkrieg zwischen den USA und China hinterlassen hat, bildet die Bühne für Fallout, eine der erfolgreichsten Rollenspielserien überhaupt. Wer jetzt findet das klinge ziemlich düster, der wird überrascht sein, wie lebendig – und witzig – die Welt von Fallout 4 trotz dieses Settings ist.

Gefährlich ist sie natürlich auch: neben Überlebenden tummeln sich Mutanten, verstrahlte Tiere und blutrünstige Verbrecher in den Ruinen. Damit deshalb eine Erkundungstour nicht gleich im Destaster endet, ist der Spielercharakter mit einem umfangreichen Waffenarsenal – von Hieb- und Stichwaffen, über Gewehre, bis hin zu Lasern, Raketenwerfern und Granaten – ausgestattet.

Fallout 4 ist dennoch in erster Linie ein Rollenspiel, kein Egoshooter. Zwar wurde die Zielmechanik spürbar überarbeitet und es ist jetzt möglich, Gegner tatsächlich zu treffen OHNE dafür den die Zeit verlangsamenden V.A.T.S. Zielmodus zuzuschalten. Möchte man allerdings länger leben und die Munition sinnvoll einsetzen, muss man weiterhin auf diesen Modus setzen.

Wie für die Serie üblich gibt es wieder eine Unzahl an Möglichkeiten, den Ausflug in die Postapokalypse individuell zu gestalten. Wer möchte folgt der unterhaltsam erzählten Hauptstory. Wer allerdings das Fallout-Erlebnis so richtig auskosten will, der läuft einfach aufs Geratewohl in eine beliebige Richtung. Das bis an den Rand mit Abenteuern und wunderbaren Schauspielen vollgestopfte Ödland bietet großartige Erlebnisse und Begegnungen im Minutentakt.

Braucht man davon mal eine Pause, so kann man die Stehzeit nutzen um an den Waffen und der Ausrüstung herumzuschrauben. Viele Gegenstände in der Spielwelt können eingesammelt und für Modifikationen weiterverwertet werden. Alternativ lädt der neue Baumodus dazu ein, die Siedlungen des Ödlands nach eigenem Gutdünken umzugestalten.

Optisch ist die Spielwelt mit Teil 4 deutlich farbenprächtiger geworden. Die Charaktere und Gegner sind abwechslungs- und detailreicher gestaltet als in den Vorgängern. Nichts davon ist an aktuellen Standards gemessen top, aber insgesamt sind die Verbesserungen gelungen.

Leider haben es auch einige der fast schon legendären Eigenheiten der dem Spiel zugrundeliegenden Creation Engine in die neueste Version geschafft. Die KI ist nach wie vor ziemlich schwach, NPCs bleiben in Wänden stecken oder schweben in der Luft und diverse kleinere Quest-Bugs tauchen ebenfalls auf. So ärgerlich diese Fehler manchmal sind, angesichts des überwältigend positiven Gesamteindrucks sind sie verkraftbar.

Fallout 4 ist nicht das schönste, nicht das technisch polierteste, nicht das zugänglichste Spiel auf dem Markt. Wie schon seine Vorgänger bietet es jedoch eine extrem unterhaltsame, fast magische Spielwelt, die einen mit Haut und Haaren aufsaugt. So theatralisch es klingt: Fallout 4 spielt man nicht einfach nur, man lebt eine Zeit lang darin. Und man tut es gerne.

Genre:                Rollenspiel
Getestet:            PS4 Version (Englisch)
Plattformen:      PS4, Xbox One, PC
Release:              2015
Entwickler:         Bethesda Game Studios
Publisher:          Bethesda Softworks

Fallout 4 auf Metacritic