Editor's Rating

10
Präsentation
8
Atmosphäre
8
Technik/Bedienung
9
Sound/Musik
8
Gameplay

Nach dem eher mauen zweiten Teil, der durchgängig als zu actionlastig kritisiert wurde, kehrt die Saga des kanadischen Entwicklerstudios BioWare mit Teil 3 zum Glück zu ihren Wurzeln zurück.

Es liegt einiges im Argen in der fiktiven Welt Thedas. Die Magier in den Reichen Ferelden und Orlais haben sich der rigiden Kontrolle durch die Templer entzogen. Diese wiederum der Leitung ihrer Kirche, die sie bei der Verfolgung der flüchtigen Magier für zu nachsichtig halten. Das Ergebnis ist ein chaotischer Bürgerkrieg zwischen den beiden Gruppierungen.

Mittendrin, als einziger Überlebender eines Anschlags auf eine Friedenskonferenz, findet man sich als Spieler wieder. Auf der Suche nach den Attentätern durchstreift man den Kontinent, trifft Gefährten, bekämpft Monster, übernimmt Quests und bastelt Rüstungen und Waffen. An sich nix Neues, das Ausmaß, das dieses Unterfangen annimmt, übersteigt jedoch fast meine Fähigkeit es in Worte zu fassen. Jede Ecke der Spielwelt ist vollgestopft mit Ereignissen und Abenteuern. Seit Skyrim habe ich nicht mehr eine solche Dichte an hochwertigen Quests gesehen.

Aber nicht der schiere Umfang allein macht Dragon Age: Inquisition zu einem guten Spiel. Da ist zum Beispiel die Präsentation: jeder Abschnitt beziehungsweise Level beeindruckt mit viel Liebe zum Detail und eigenem Charme. Umwerfend auch die Lichtstimmungen, die die Engine zu zaubern vermag. Nicht nur einmal habe ich vergessen, was ich eigentlich gerade tun wollte und für ein paar Minuten einfach die Aussicht genossen. Ebenfalls gut gelungen ist BioWare diesmal die Balance zwischen Action- und Rollenspielelementen.

Es gibt viel, viel zu lieben an diesem Spiel, es hat aber auch ein paar Ecken und Kanten. Die Kämpfe gestalten sich meist launig und flüssig, allerdings verliert man im hektischen Gewühl gelegentlich den Überblick. Die Story ist unterhaltsam, jedoch ziemlich klischeelastig und der Bösewicht bleibt leider relativ farblos.

Wer das Spiel ernst nimmt, dem wird zudem eine ganze Menge mühsames Micromanagement abverlangt. Zwischen den Missionen gilt es einiges abzuarbeiten: Inventarverwaltung, Ein- und Verkauf, Operationen am Kartentisch, Ausbau der Burg, Modifikationen an Waffen und Rüstungen, etc., etc. Pfffuhh. Das hat stellenweise den Reiz von Buchhaltung.

Überraschenderweise am Schwersten tat ich mir mit den Charakteren, die man sich in die Gruppe holen kann. Die sind eigentlich einen Spezialität von BioWare, nur hat mich diesmal keiner von ihnen so richtig angesprochen. Die Sprecher sind zwar durchwegs toll, bis auf ein, zwei Ausnahmen wirken die Figuren aber recht holzschnittartig. Geschmacksache.

Alles in allem ist Thedas dennoch jede Minute Aufenthalt wert. Nach 80+ investierten Stunden entdecke ich immer noch was Neues. Wer also bis heute auf einen würdigen Ersatz für Skyrim gewartet hat: hier ist er.

Genre:                Rollenspiel
Getestet:            PS4 Version (Englisch)
Plattformen:      PS3, PS4, Xbox360, Xbox One, PC
Release:             2014
Entwickler:        BioWare
Publisher:          Electronic Arts

Dragon Age: Inquisition auf Metacritic

Keine Angst vor Spoilern? Einen guten Eindruck vom Spielgeschehen bietet dieses Video von einem unserer Boss-Fights gegen einen der 10 Drachen in DA3: https://youtu.be/4JnLZqY2L6w