Editor's Rating

10
Präsentation
7
Atmosphäre
9
Technik/Bedienung
8
Sound/Musik
7
Gameplay

Es gibt Spiele, die kann man ohne weiteres zum Weltkulturerbe zählen. Dazu gehört jedenfalls ganz bestimmt DOOM, der kultige First Person Shooter von id Software aus dem Jahr 1993. Sage und schreibe 23 Jahre später wollen die Entwickler ihren Klassiker nun neu erfunden haben.

Die Story war bei DOOM immer schon eher nebensächlich. Der aktuelle Teil gibt sich in dieser Hinsicht vergleichsweise Mühe und will die Invasion von grässlichen Dämonen aus der Hölle auf einer Raumstation auf dem Mars irgendwie mythisch aufladen. So richtig gelingen mag das allerdings nicht, dafür ist der Gehalt der Geschichte schlicht und ergreifend zu dünn.

Macht aber nix, denn worauf es bei DOOM wirklich ankommt, das sind eindrucksvolles Leveldesign, gruselige Gegner und ein umfangreiches, befriedigenes Waffenarsenal. Schon in der Entwicklungsphase machten die Entwickler klar, dass sie sich ausgiebig mit den besonderen Reizen der Vorlage beschäftigt haben und versuchen würden, diese in ein zeitgemäßes Spiel hinüberzuretten. Alles in allem ist das auch gelungen.

Besonders das knackige Spieltempo und die dazu passende, hohe Bewegungsgeschwindigkeit des Spielercharakters haben es uns angetan. Ebenfalls gelungen ist das Waffensortiment, das sich grundsätzlich an die Vorlage des Originalspiels hält. Die Vielseitigkeit der einzelnen Knarren wurde jedoch durch freischaltbare Upgrades deutlich erhöht. Die Rüstung des Spielercharakters lässt sich ebenfalls modifizieren und verbessern. Um Upgrade-Punkte freizuschalten müssen entweder Challenges absolviert oder geheime Levelabschnitte entdeckt werden.

Für optische Abwechslung bei der Dämonenjagd sorgen die sogenannten „Glory-Kills“. Diese werden aus nächster Distanz auf Knopfdruck ausgeführt und lösen extra-blutige Finisher aus. Die Gegner sind größtenteils ebenso agil wie der Spieler und tauchen noch dazu in Massen auf. Das fordert und lässt das geschmeidige Spielgefühl zur vollen Entfaltung kommen. Das oberste Überlebensprinzip lautet: bloß nicht stehenbleiben.

Wer erst mal in den Fluß der Bewegung eingetaucht ist, der erlebt hie und da tatsächlich das klassische DOOM-Gefühl, den Rausch der Geschwindigkeit, während man wie nebenbei furchteinflössende Monster in roten Matsch verwandelt. Bei der Qualität des Leveldesigns geht es dafür auf und ab, nicht alle Szenarien der Kampagne können überzeugen, manche kommen recht seelenlos daher.

Insgesamt ist DOOM ein gelungener Neustart. Die Entwickler haben einige der besten Features aktueller Shooter ausgewählt, alles zusammengepackt und das Ganze mit einem Schuß Oldschool-DOOM-Feeling abgerundet. Dieses „von allem etwas“-Prinzip ist allerdings zugleich die Stärke und die Schwäche des Spiels. Es fehlt ihm am Ende ein wenig der eigenständige Charakter, es ist ein wenig zu glatt. Ein unterhaltsamer AAA Shooter – mit stark begrenztem Wiederspielpotenzial – ist es trotzdem geworden.

Genre:                First Person Shooter
Getestet:            PS4 Version (Englisch)
Plattformen:      PS4
Release:             2016
Entwickler:         id Software
Publisher:          Bethesda

DOOM auf Metacritic