Editor's Rating

8
Präsentation
9
Atmosphäre
7
Technik/Bedienung
7
Sound/Musik
8
Gameplay

Hauptdarsteller des vierten Ablegers der Deux Ex Reihe ist wie schon im letzten Teil der cybernetisch verbesserte Supersoldat Adam Jensen. Sogenannte Augmentierungen – biotechnische Erweiterungen des menschlichen Körpers – sind erneut das zentrale Thema der Story.

Diese ist in einem hypothetischen Zukunftsszenario angesiedelt, in dem es zu starken gesellschaftlichen Spannungen zwischen „Augmentierten“ – den Trägern von Prothesen – und nicht-augmentierten Menschen kommt. Ausgelöst wurde der Konflikt durch einen im letzten Teil der Serie gezeigten Terroranschlag eines Augmentierungs-Gegners, der die Implantate dahingehend manipulierte, dass deren Träger kurzzeitig den Verstand verloren und andere Menschen angriffen. Millionen verloren bei diesem sogenannten „Aug-Vorfall“ ihr Leben.

Seither ist die Cyperpunk-Dystopie geprägt von gegenseitigem Misstrauen. In Prag, einst die Stadt mit dem weltweit größten Anteil von Augmentierten an der Gesamtbevölkerung, muß unser Held Jensen als Mitglied einer neu geformten, globalen Antiterroreinheit verhindern, dass die Situation weiter eskaliert.

Die Deus Ex Reihe ist dafür bekannt, dass sich jedes Problem auf unterschiedliche Art und Weise regeln lässt. Vom Schleichen bis zum Angriff auf alles was sich bewegt reicht die Bandbreite. Jensens mechanischer Körper verfügt dafür über eine Palette von Gadgets, die es ihm erlauben entweder leise, fast unsichtbar und nicht-tödlich oder mit Körperpanzer und Geschwindigkeitsboost extra-aggressiv zu agieren.

Zusätzliche Fähigkeiten lassen sich nach und nach freischalten. Gerade am Anfang waren wir allerdings etwas frustiert davon, wie lange das dauert. Hat man aber erst mal ein paar Aufrüstpunkte ergattert, macht die Nutzung der Spezialkräfte schließlich doch Laune.

Leider ist die Steuerung nicht eben super-intuitiv, was den Spielfluss zeitweise hemmt. Auch die Kamera zeigt nicht immer das, was man eigentlich gerade sehen möchte. Je nachdem welche Vorgehensweise man bevorzugt, kann das mehr oder weniger störend sein. Das Leveldesign geht dafür durchwegs in Ordnung und die Missionsgestaltung ist abwechslungsreich genug, um bis zum Ende zu unterhalten.

Ausgezeichnet gelungen ist die Gestaltung der Spielwelt. Das umwerfende Kleidungs- und Set-Design könnte durchaus einem Mode- und Architekturkatalog der Zukunft entsprungen sein. Mit Prag ist das Spiel zudem an einem erfrischend unverbrauchten Standort angesiedelt. Dafür gebührt den Entwicklern ein dickes Lob.

Weniger gelungen sind die ziemlich roboterhaften Animationen der Protagonisten. Dazu kommt eine Truppe lethargischer Sprecher, deren Performance nur punktuell Spannung erzeugen kann und die Protagonisten entsprechend wenig sympathisch erscheinen lässt. Außerdem plätschert die Story eher uninspiriert vor sich hin. Insgesamt eine vergebene Chance die an sich herausragende Atmosphäre der Spielwelt abzurunden.

Mankind Divided bietet eine der gestalterisch eindrucksvollsten Zukunftsvisionen der jüngeren Sci-Fi-Geschichte, mit einigen Schwächen in der technischen Umsetzung. Wer einfach für ein paar Stunden in eine andere Welt abtauchen möchte, der macht mit einem Besuch in Prag jedoch bestimmt nichts verkehrt.

Genre:                First Person Shooter
Getestet:            PS4 Version (Englisch)
Plattformen:      PS4
Release:             2016
Entwickler:         Eidos Montreal
Publisher:          Square Enix

Deus Ex: Mankind Divided auf Metacritic