Editor's Rating

8
Präsentation
8
Atmosphäre
7
Technik/Bedienung
8
Sound/Musik
6
Gameplay

Den Point n‘ Click Adventure Klassiker von 1993 kennt vermutlich zumindest vom Namen her jeder, der sich für das Genre interessiert. Für die Remastered Version wurde Day of the Tentacle von Double Fine, der aktuellen Firma von Tim Schafer, einem der Köpfe hinter dem Original, optisch und technisch auf den neusten Stand gebracht.

Das Spiel handelt von drei befreundeten Nerds, die den Aufstieg eines mutierten, sprechenden Tentakels zur Weltherrschaft verhindern wollen. Dazu müssen sie nur mal eben in die Vergangenheit reisen und dessen Mutation verhindern. Dummerweise werden sie dabei wegen einer defekten Zeitmaschine voneinander getrennt und jeder für sich in eine andere Zeitzone katapultiert.

Das kongeniale Team von Lucas Arts schafft es spielend, einem diese haarsträubende Geschichte glaubwürdig zu verkaufen. Blitzschnell schlüpft man in die Haut der drei Hauptfiguren und ebenso schnell fühlt man sich in deren schräger Welt heimisch. Auch wenn man sich im Wesentlichen nur zwischen ein paar wenigen Bildschirmen hin und her bewegt.

Den „Retro“-Charme hat Double Fine perfekt in eine komplett erneuerte Spielgrafik transferiert, das ist schon die eigentliche Großtat dieser Portierung. Ein tolles Gimmick für ältere Fans ist die Möglichkeit, zu jedem Zeitpunkt im Spiel mit nur einem Klick zum „Original“ zu wechseln, also zu Pixeloptik und SCUMM Interface, wie man es von früher kennt. Obendrauf gibt es noch die Option, sich den Spielverlauf vom ursprünglichen Entwicklerteam kommentieren zu lassen. Tip top.

Das antiquierte Interface wurde relativ gut für Konsolen der Neuzeit angepasst und mit einigen Bequemlichkeits-Features aufgepeppt. Zwar ist es deshalb immer noch nicht super, für eine halbwegs angenehme Bedienung reicht es aber allemal.

Beim eigentlichen Gameplay macht sich der Zahn der Zeit naturgemäß etwas deutlicher bemerkbar: ein paar Rätsel sind derart vertrackt, dass einem fast der Kopf explodiert. Ob vor Wut oder vor Anstrengung ist wahrscheinlich eine Typenfrage. Wie für alle älteren Adventures braucht man auch für Day of the Tentacle eine gewisse Portion Geduld.

Der Humor des Spiels hat Gottseidank problemlos überdauert, nach wie vor macht es eine Menge Spaß, sich mit den drei liebenswerten Hauptfiguren durch Zeitparadoxien zu wursteln. Eine Portierung auf diesem Niveau kann sich jedenfalls sehen lassen und begeistert bestimmt auch den einen oder anderen jüngeren Adventure-Fan für diesen in Würde gealterten Klassiker.

Genre:                Adventure
Getestet:            PS4 Version (Englisch)
Plattformen:      PS4, PS Vita, PC, Mac, Linux
Release:             2016
Entwickler:         Lucas Arts, Double Fine Productions
Publisher:          Lucas Arts, Double Fine Productions

Day of the Tentacle Remastered auf Metacritic