Editor's Rating

7
Präsentation
7
Atmosphäre
5
Technik/Bedienung
8
Sound/Musik
6
Gameplay

Ganz offen angelehnt an Klassiker wie Metalslug und Contra ist Broforce ein Jump n‘ Shoot Sidescroller in knalligem Retrodesign. Bis zu 4 Spieler können gleichzeitig auf einem Bildschirm herumhüpfen und dabei alles zu Klump ballern.

Die titlegebende Broforce ist eine ultrabrutale, militärische Eliteeinheit, zusammengesetzt aus Karikaturen von Trash- und Actionfilm-Ikonen der 80er und 90er Jahre. The Expendables in Pixelform sozusagen. Subtile Witze sind nichts, wofür sich die Macher von Broforce interessieren, entsprechend steuert man Charaktere mit Namen wie Brobocop, Bronan der Barbar oder Rambro. Alle verfügen über eigene Stärken und Schwächen, die ebenfalls Ihren Filmvorbildern entlehnt sind.

Mehr wollen wir aber dazu an dieser Stelle gar nicht verraten, denn das Freischalten neuer Spielfiguren mit blöden Namen ist einer der wichtigsten Gründe, warum man mit Broforce Spaß hat. Unterhaltsam ist jedoch auch das Erzeugen von absurden Kettenreaktionen. Dank des komplett zerstörbaren Terrains und der vielen großkalibrigen Feuerwaffen im Spiel zerbersten bei praktisch jedem Schuss Gegner und Gegenstände, Wände und Decken brechen ein und Explosionen erschüttern im Sekundentakt den Bildschirm. Chaos pur.

In Hinblick auf Langzeitmotivation hat Broforce leider weniger zu bieten. Es gibt weder eine vernünftige Story noch werden etwa Punkte in irgendeiner Form gezählt, weswegen die Progression hauptsächlich durch die steigende Zahl der verfügbaren Charaktere spürbar wird. Irgendwann stellt sich da zwangsweise das Gefühl ein, es mit einer eher generischen Aneinanderreihung von Levels zu tun zu haben.

Die optische Gestaltung ist sehr liebevoll ausgefallen, wenngleich manche Elemente – wie etwa die 3D Übersichtskarte – nicht so recht zum Rest passen wollen.
Technisch macht Broforce einen weniger guten Eindruck: bei massenhaften Explosionen geht die Framerate immer wieder extrem in die Knie, beim Laden hat man – weil es so lange dauert und der Bildschirm schwarz bleibt – oft das Gefühl das Spiel wäre abgestürzt. In den ersten paar Stunden ist davon interessanterweise noch weniger zu merken, je weiter man jedoch kommt, desto gravierender werden diese Probleme. Gegen Ende kratzt der Titel mehrmals an der Grenze zur Unspielbarkeit.

Wenn man grundsätzlich nichts gegen Teenagerhumor hat, kann einen die Kombination aus launiger Optik und chaotischer Action besonders anfangs ausgezeichnet unterhalten. In der zweiten Spielhälfte zeigen sich allerdings zunehmend Schwächen im Level- und Gamedesign und der Unterhaltungswert nutzt sich ab. Für Retrofreunde dennoch einen Blick wert.

Genre:                Action, Jump n‘ Run
Getestet:            PS4 Version (Englisch)
Plattformen:      PS4, PC, Mac, Linux
Release:             2016
Entwickler:         Free Lives
Publisher:          Devolver Digital

Broforce auf Metacritic