Editor's Rating

9
Präsentation
8
Atmosphäre
8
Technik/Bedienung
8
Sound/Musik
8
Gameplay

Nach dem Tod des Jokers in Batman: Arkham City sollte es eigentlich endlich wieder bergauf gehen für Gotham, die Heimatstadt des dunklen Ritters. Stattdessen kommt alles nur noch schlimmer: sämtliche Superschurken müssen aufgrund der in der Gefängnisstadt herrschenden Zustände freigelassen werden. Es dauert nicht lange, bis sie erneut versuchen, Gotham ins Chaos zu stürzen und ihren Erzfeind Batman ein für alle mal loszuwerden.

An der Spitze der Verschwörer steht diesmal der gruselige Psychopath Scarecrow, dessen größter Wunsch es ist, die Welt mit seinem Angst-Gas in einen Zustand dauerhafter Panik zu versetzen. An seiner Seite der titelgebende, mysteriöse Arkham Knight, der Batman und sein Repertoire in- und auswendig zu kennen scheint.

In Sachen Gameplay setzt Rocksteady Studios auf die bewährten Mechaniken der Vorgängertitel und baut diese weiter aus. Wieder kommen die meisten Missionen als Mix aus dynamischen Faustkämpfen und variantenreichen Stealth-Abschnitten daher, in denen Batman seine Gegner belauert und möglichst unbemerkt zur Strecke bringt.

Die eigentliche Neuerung ist jedoch die Einführung des Batmobils als jederzeit verfügbarer, fahrbarer Untersatz. Nicht nur kann Batman damit nun schnell große Distanzen überwinden, das Panzerfahrzeug ist auch mit fetten Kanonen ausgestattet, die dabei helfen, die in der Stadt patroullierenden, unbemannten gegnerischen Fahrzeuge auszuschalten.

Diese an sich gut umgesetzte Neuerung ist zugleich die Krux des Titels: sie ist ein Element zu viel, eines, das das ausgewogene Grundkonzept der Serie verwässert. Nicht nur muß die Frage erlaubt sein, ob man als Liebhaber der Vorgänger wirklich darauf gewartet hat, statt eines Action-Stealth-Brawlers ein halbes Autorennspiel serviert zu bekommen. Es ist schlicht auch so, dass sich Rocksteady mit dieser Riesenbandbreite an Optionen selbst überfordert hat.

Viele der bewährten und beliebten Gadgets und Gameplay-Varianten fristen nun ein völliges Nischendasein zugunsten der Autosequenzen. Es wäre nötig gewesen, sinnvoll Dinge zu streichen, um Platz für die Neuerungen zu schaffen. Stattdessen erlernt man als Spieler einen Haufen komplexer Abläufe, die dann im Spielverlauf kaum gebraucht werden.

Auf der Storyseite ist der neue Titel ebenfalls nicht ganz auf Augenhöhe mit seinem „offiziellen“ Vorgänger: weder Scarecrow noch der blasse Arkham Knight lassen dieselbe Stimmung aufkommen wie damals der irre Joker.

Als Riesenfan von Batman: Arkham City bin ich dem Nachfolger gegenüber vielleicht etwas zu kritisch. Optisch ist der Ausflug nach Gotham natürlich wieder ein absoluter Hingucker und es macht erneut viel Spaß, als Batman durch die Lüfte zu gleiten und Keile zu verteilen. Für einen potentiellen fünften Teil würde ich mir aber eine Rückbesinnung auf den ursprünglichen Kern des Gameplays wünschen. Mehr ist nicht immer besser.

Genre:                Stealth, Action
Getestet:            PS4 Version (Englisch)
Plattformen:      PS4, Xbox One, PC, Mac, Linux
Release:              2015
Entwickler:         Rocksteady Studios
Publisher:           Warner Bros. Interactive

Batman: Arkham Knight auf Metacritic